Böse Minarette – friedliche Waffenexporte | Cross your fingers on the Swiss cross
Im Moment sind 785 Jasser online. Spielen Sie mit!
(Weitergabe und Verwendung der Plakate honorarfrei. Quellenangabe nicht erforderlich.)
***Achtung Ironie***
Um das Profil der Schweiz im In- und Ausland nach den denkwürdigen Abstimmungsentscheiden vom 29. 11 2009 (→höchster Feiertag der Muslime) weiter zu verschlechtern, braucht es nun unterstützende Massnahmen in Form von Slogans und Plakaten, die sich wirkungsvoll an Stammtischen einsetzen lassen.
Nachstehend zwei Vorschläge, mit denen wir der Welt mitteilen können, dass wir Schweizer es nicht nur verstehen, wie man mittels Baurechtsverordnungen das Tragen eines Kopftuchs thematisiert, sondern dass wir auch konsequent daran arbeiten, aus der überholten Menschrechtskonvention austreten zu können.
Danke Kai. Als ich um heute um 13.30 Uhr von den ersten Hochrechnungen hörte, war ich nur sprachlos; ich hatte nicht damit gerechnet. Satire ist wirklich die beste Antwort. Ich sollte wohl meine Website schpoiz.ch wieder reaktivieren …
Mit dem heutigen Abstimmungsresultat ist der guten Helvetia quasi das Brotstück von der Fonduegabel gefallen und driftet als nicht wieder gut zu machende Peinlichkeit gut sichtbar in der heissen Käsesuppe. Danke für den Pfeffer in diese schwer verdauliche Sache!
Jerzovskaja on
November 29th, 2009 10:09 pm
Was machen wir nun mit den anderen Phallussymbolen (Kirchtürme, Mai-Bäume und Banken-Hochhäuser)?
Sollen wir uns ab genialen Wortschöpfungen wie “schleichende Islamisierung” freuen?
Ist es nicht toll, dass der Herr Reimann von der SVP keinen der 400 000 in der Schweiz lebenden Muslime zu den Schweizern zählt? Und das Daniel Zingg von der radikalen EDU das Abstimmungsresultat als “christliches Bekenntnis” deutet?
Fragen über Fragen.
Und mir fallen wieder nur böse Antworten ein.
Jerzovskaja on
November 30th, 2009 12:16 am
Auszug aus der öffentlich einsehbaren Facebook-Gruppe »Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!«
Sonja D.-W. (an der Pinnwand): Also was ihr alle da vom Stapel lasst, kann ich kaum glauben!
1. Sollte man wohl die Schuld für das Ergebnis der Abstimmung bei Herren Gaddafi, Bin Laden und co. suchen!
Für alle diese Staaten sind wir im Westen ja Abschaum, Ungläubige usw. Sie entführen mal immer wieder ein paar westliche Arbeiter oder gar Touristen… kurz gesagt auch unpolitische Leute! Oder noch besser, fliegen mit voll besetzten Flugzeugen in Türme rein wobei tausende sterben! Und dann sollen sie hier zur Belohnung quasi noch ihre Türme aufstellen dürfen????? [...]
Ich habe sogar einen Moslem in der Familie und bestimmt keinen Rassismus denen gegenüber, aber irgendwo hört das Verständnis auf.
Jerzovskajas Replik (neben 12 weiteren): Bin Laden faucht und Sie machen sich in die Hose? Gaddafi schnalzt mit der Zunge und Sie wollen ein Minarett verbieten? Hugo Chavez schnäuzt sich und Sie machen ein Häufchen? Abstimmen sollte man bitte nur mit kühlem Kopf.
Sonja D.-W.: Sowieso, ich denke das ist wohl umgekehrt! Warum wollt ihr alle diese Türmchen haben? Damit IHR EUCH nicht in die Hose scheisst, wenn sie dann “böse” werden könnten, wenn sie nicht bekommen was sie wollen???? Oder um weniger in die Ferien zu müssen, da ihr diese Bauten dann auch hier betrachten könntet????
wir sollten aufhören schweizer zu sein und menschen werden. auf der welt wird es immer enger und da ist kein platz für ängste vor anderen kulturen, wollen wir eine zukunft für unsere nachfahren dann repektieren wir alle menschen so wie sie sind und grenzen nicht aus, es wird nicht einfach und wir müssen lernen loszulassen, auch wenn es schmerzt und nicht immer zu unserem direkten vorteil ist. wann lernen wir endlich habgier und geld kann man nicht essen.
Die Initiative hätte gar nicht zugelassen werden dürfen. Ehrlich gesagt, wäre mir am wohlsten wenn die Leute, zu welcher Konfession auch immer sich zugehörig fühlend, ohne Kirchengebimmel oder Minarettgerufe beten könnten. Und sonst gilt das Gleichheitsprinzip. Und was mich aber auch mal freuen würde, ist wenn die Muslime in der Schweiz auch mal demonstrieren würden, wenn bsw. Tariq Ramadan ein Moratorium für Steinigungen vorschlägt.
René Brügger on
December 2nd, 2009 8:07 pm
am besten schaffen wir die direkte demokratie ab – dann gibt es keine reiberein mehr, alle sind zufrieden, weil ja unser bombige regierung alles zum besten regelt und bestimmt.
es gibt so viele abstimmungsresultate die mir nicht in den kram passen – aber entweder akzeptiert man die ergebnisse oder man wird halt radikal und fanatisch – und das in allen facetten, schattierungen.
toleranz ist ein schönes wort – solange man nicht selber tolerieren muss…
rinks und lechts kann man nicht velwechsern – oder?
Die direkte Demokratie soll man auf keinen Fall abschaffen, versteht sich!
Ein Diktator hat ja auch nicht immer recht und warum sollte mich ein Berufsparlament vor mir selber schützen?
Religionen dürfte man aber, wenn es nach mir ginge, in den nächsten Jahrzehnten gleichwertig ersetzen durch Sinnstiftungen, die nicht primär durch Gruppenzugehörigkeit und eine gemeinsame Definition von Gott entstehen müssen. Gerne darf man hier auch weltweit mehr Geld in die (politisch und persönlich) aufklärende Bildung investieren, damit Debatten über Menschenrechte in Zukunft etwas geistreicher geführt werden können, als dies in den letzten Jahren passiert ist, seit George W. Bush den Religionskrieg wieder salonfähig machte.
Natürlich gilt es, Volksentscheide zu respektieren, doch wenn man die Menschenrechte in Gefahr sieht und sich für den Schutz der Verfassungsrechte einsetzen will, muss man sich wehren. Deswegen muss man ja nicht radikal oder fanatisch sein. In diesem Fall (Schweizer Abstimmungen von 29. November 2009) schmerzt es halt schon sehr, dass die ganze Zeit von etwas anderem gesprochen wird als dem eigentlichen Problem: Angst vor radikalen Religionsführern, Sorge um die eigene Sippe und Kultur, Sorge um die persönliche wirtschaftliche Zukunft, Angst um die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.
Allzu oft bleibt fast nur der Gang in die Ironie, wenn man sieht, wie angsterfüllt und rückwärtsgewandt viele Menschen unterwegs sind, beziehungsweise wie verführbar Menschen werden, wenn sie selber keine Vision für das eigene Leben haben. Da kann einem schon mulmig werden. Zusammen mit den derzeitigen wirtschaftlichen Problemen und der Verarmungsangst breiter Kreise ist da schnell eine brandgefährliche Mischung erreicht.
Bezeichnenderweise meinen ja viele Menschen genau zu wissen, was für ihren Nächsten richtig ist, doch wenn es dann um die eigene Erfüllung, Ethik, Moral und um die Selbstliebe geht (Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst; Du kannt Deinen Nächsten nur lieben, wie/wenn Du Dich selbst lieben kannst), sieht es zuweilen düster aus: Null Ideen für das eigene Leben. Und die Mehrheit der Zeit verbringt man dann damit, neidisch oder hasserfüllt auf die anderen zu schielen oder über Dritte zu schimpfen, statt sein eigenes Glück zu schmieden und freundlich neugierig aufs Gegenüber zuzugehen.
Der Schweizer wählt heute dermassen konservativ, dass es schmerzt. Überwachungen im öffentlichen Raum, biometrische Pässe, Waffenexporte, Fichen auf Verdacht sind heute mehrheitsfähig. Der Schutz der eigenen Persönlichkeit ist kein Thema, der Staat soll mich schützen vor meiner Angst vor dem undefinierbaren Terror. Dabei ist die Angst der Terror.
Projektionsfläche ist dann stets das Neue, Ungewohnte, die Lebensart, die man nicht kennt, andere Düfte, Küche, Sprache und Sitten. Was vor kurzer Zeit noch der Italiener war, ist heute der Moslem. Die Italiener hatten die gleiche Religion wie die Schweizer, und trotzdem hat es 30 bis 50 Jahre gedauert mit der Integration. Und die Zeiten da sich die Katholiken und die Reformierten, die Lutheraner und die Zwinglianer auf den Grind gaben, sind ja auch noch spür- und greifbar.
Toleranz heisst in meinen Augen eben aktiv aufeinander zugehen und sich kennenlernen, Mann und Frau, Alt und Jung, Lechts und Rinks, Chuslime und Mristen, Ainesen und Chmerikaner, Psraeli und Ialästinenser, Einheimische und Zugewanderte. Das geht kaum ohne Reibung. Doch das Ziel muss die Akzeptanz von Andersartigkeit sein bei gleichzeitigem Abmachen von verbindlichen Verhaltensregeln.
Toleranz kann nicht heissen, bloss auf die Klappe zu sitzen und neidisch zum Nebentisch zu gucken, während es tief im Inneren brodelt. Denn diese unterschwellige Aggression ist ja spürbar, überträgt sich aufs Gegenüber, lenkt und leitet unser Handeln.
Das beste Buch für ein friedliches Zusammenleben ist meiner Meinung nach Marshall B. Rosenbergs “Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens”. Er erklärt den Begriff Toleranz in einer Art und Weise, zu der wohl jeder Mensch ja sagen kann. Denn jeder Mensch will geliebt werden und verstanden sein.
Die Bibel, Koran und die Torah warten mit vielen Regeln für die Gemeinschaft auf (Hygiene, Triebabführung, Verhaltensregeln, Gesellschaftsmodell Familie und Staat, etc.). Daraus lassen sich ohne Aufwand Massregelungen aller Art herleiten.
Ich freue mich auf eine neue Zeit, in der man sich weltweit an Gemeinsamkeiten freuen kann, statt sich dauernd nur übers Anders-Sein des Nächsten aufzuregen. Dazu gehört, dass sich jeder in erster Linie mit der eigenen Menschwerdung befasst und nicht, dass er hysterisch die Freiheitsrechte des Nächsten einschränkt.
Sooo guet!!!
Endlich ein Mann, der das Unbequeme zu denken wagt
Danke Kai. Als ich um heute um 13.30 Uhr von den ersten Hochrechnungen hörte, war ich nur sprachlos; ich hatte nicht damit gerechnet. Satire ist wirklich die beste Antwort. Ich sollte wohl meine Website schpoiz.ch wieder reaktivieren …
Mit dem heutigen Abstimmungsresultat ist der guten Helvetia quasi das Brotstück von der Fonduegabel gefallen und driftet als nicht wieder gut zu machende Peinlichkeit gut sichtbar in der heissen Käsesuppe. Danke für den Pfeffer in diese schwer verdauliche Sache!
Was machen wir nun mit den anderen Phallussymbolen (Kirchtürme, Mai-Bäume und Banken-Hochhäuser)?
Sollen wir uns ab genialen Wortschöpfungen wie “schleichende Islamisierung” freuen?
Ist es nicht toll, dass der Herr Reimann von der SVP keinen der 400 000 in der Schweiz lebenden Muslime zu den Schweizern zählt? Und das Daniel Zingg von der radikalen EDU das Abstimmungsresultat als “christliches Bekenntnis” deutet?
Fragen über Fragen.
Und mir fallen wieder nur böse Antworten ein.
Auszug aus der öffentlich einsehbaren Facebook-Gruppe »Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!«
Sonja D.-W. (an der Pinnwand): Also was ihr alle da vom Stapel lasst, kann ich kaum glauben!
1. Sollte man wohl die Schuld für das Ergebnis der Abstimmung bei Herren Gaddafi, Bin Laden und co. suchen!
Für alle diese Staaten sind wir im Westen ja Abschaum, Ungläubige usw. Sie entführen mal immer wieder ein paar westliche Arbeiter oder gar Touristen… kurz gesagt auch unpolitische Leute! Oder noch besser, fliegen mit voll besetzten Flugzeugen in Türme rein wobei tausende sterben! Und dann sollen sie hier zur Belohnung quasi noch ihre Türme aufstellen dürfen????? [...]
Ich habe sogar einen Moslem in der Familie und bestimmt keinen Rassismus denen gegenüber, aber irgendwo hört das Verständnis auf.
Jerzovskajas Replik (neben 12 weiteren): Bin Laden faucht und Sie machen sich in die Hose? Gaddafi schnalzt mit der Zunge und Sie wollen ein Minarett verbieten? Hugo Chavez schnäuzt sich und Sie machen ein Häufchen? Abstimmen sollte man bitte nur mit kühlem Kopf.
Sonja D.-W.: Sowieso, ich denke das ist wohl umgekehrt! Warum wollt ihr alle diese Türmchen haben? Damit IHR EUCH nicht in die Hose scheisst, wenn sie dann “böse” werden könnten, wenn sie nicht bekommen was sie wollen???? Oder um weniger in die Ferien zu müssen, da ihr diese Bauten dann auch hier betrachten könntet????
Fazit: Realsatire muss nicht immer lustig sein.
wir sollten aufhören schweizer zu sein und menschen werden. auf der welt wird es immer enger und da ist kein platz für ängste vor anderen kulturen, wollen wir eine zukunft für unsere nachfahren dann repektieren wir alle menschen so wie sie sind und grenzen nicht aus, es wird nicht einfach und wir müssen lernen loszulassen, auch wenn es schmerzt und nicht immer zu unserem direkten vorteil ist. wann lernen wir endlich habgier und geld kann man nicht essen.
Die Initiative hätte gar nicht zugelassen werden dürfen. Ehrlich gesagt, wäre mir am wohlsten wenn die Leute, zu welcher Konfession auch immer sich zugehörig fühlend, ohne Kirchengebimmel oder Minarettgerufe beten könnten. Und sonst gilt das Gleichheitsprinzip. Und was mich aber auch mal freuen würde, ist wenn die Muslime in der Schweiz auch mal demonstrieren würden, wenn bsw. Tariq Ramadan ein Moratorium für Steinigungen vorschlägt.
am besten schaffen wir die direkte demokratie ab – dann gibt es keine reiberein mehr, alle sind zufrieden, weil ja unser bombige regierung alles zum besten regelt und bestimmt.
es gibt so viele abstimmungsresultate die mir nicht in den kram passen – aber entweder akzeptiert man die ergebnisse oder man wird halt radikal und fanatisch – und das in allen facetten, schattierungen.
toleranz ist ein schönes wort – solange man nicht selber tolerieren muss…
rinks und lechts kann man nicht velwechsern – oder?
Die direkte Demokratie soll man auf keinen Fall abschaffen, versteht sich!
Ein Diktator hat ja auch nicht immer recht und warum sollte mich ein Berufsparlament vor mir selber schützen?
Religionen dürfte man aber, wenn es nach mir ginge, in den nächsten Jahrzehnten gleichwertig ersetzen durch Sinnstiftungen, die nicht primär durch Gruppenzugehörigkeit und eine gemeinsame Definition von Gott entstehen müssen. Gerne darf man hier auch weltweit mehr Geld in die (politisch und persönlich) aufklärende Bildung investieren, damit Debatten über Menschenrechte in Zukunft etwas geistreicher geführt werden können, als dies in den letzten Jahren passiert ist, seit George W. Bush den Religionskrieg wieder salonfähig machte.
Natürlich gilt es, Volksentscheide zu respektieren, doch wenn man die Menschenrechte in Gefahr sieht und sich für den Schutz der Verfassungsrechte einsetzen will, muss man sich wehren. Deswegen muss man ja nicht radikal oder fanatisch sein. In diesem Fall (Schweizer Abstimmungen von 29. November 2009) schmerzt es halt schon sehr, dass die ganze Zeit von etwas anderem gesprochen wird als dem eigentlichen Problem: Angst vor radikalen Religionsführern, Sorge um die eigene Sippe und Kultur, Sorge um die persönliche wirtschaftliche Zukunft, Angst um die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau.
Allzu oft bleibt fast nur der Gang in die Ironie, wenn man sieht, wie angsterfüllt und rückwärtsgewandt viele Menschen unterwegs sind, beziehungsweise wie verführbar Menschen werden, wenn sie selber keine Vision für das eigene Leben haben. Da kann einem schon mulmig werden. Zusammen mit den derzeitigen wirtschaftlichen Problemen und der Verarmungsangst breiter Kreise ist da schnell eine brandgefährliche Mischung erreicht.
Bezeichnenderweise meinen ja viele Menschen genau zu wissen, was für ihren Nächsten richtig ist, doch wenn es dann um die eigene Erfüllung, Ethik, Moral und um die Selbstliebe geht (Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst; Du kannt Deinen Nächsten nur lieben, wie/wenn Du Dich selbst lieben kannst), sieht es zuweilen düster aus: Null Ideen für das eigene Leben. Und die Mehrheit der Zeit verbringt man dann damit, neidisch oder hasserfüllt auf die anderen zu schielen oder über Dritte zu schimpfen, statt sein eigenes Glück zu schmieden und freundlich neugierig aufs Gegenüber zuzugehen.
Der Schweizer wählt heute dermassen konservativ, dass es schmerzt. Überwachungen im öffentlichen Raum, biometrische Pässe, Waffenexporte, Fichen auf Verdacht sind heute mehrheitsfähig. Der Schutz der eigenen Persönlichkeit ist kein Thema, der Staat soll mich schützen vor meiner Angst vor dem undefinierbaren Terror. Dabei ist die Angst der Terror.
Projektionsfläche ist dann stets das Neue, Ungewohnte, die Lebensart, die man nicht kennt, andere Düfte, Küche, Sprache und Sitten. Was vor kurzer Zeit noch der Italiener war, ist heute der Moslem. Die Italiener hatten die gleiche Religion wie die Schweizer, und trotzdem hat es 30 bis 50 Jahre gedauert mit der Integration. Und die Zeiten da sich die Katholiken und die Reformierten, die Lutheraner und die Zwinglianer auf den Grind gaben, sind ja auch noch spür- und greifbar.
Toleranz heisst in meinen Augen eben aktiv aufeinander zugehen und sich kennenlernen, Mann und Frau, Alt und Jung, Lechts und Rinks, Chuslime und Mristen, Ainesen und Chmerikaner, Psraeli und Ialästinenser, Einheimische und Zugewanderte. Das geht kaum ohne Reibung. Doch das Ziel muss die Akzeptanz von Andersartigkeit sein bei gleichzeitigem Abmachen von verbindlichen Verhaltensregeln.
Toleranz kann nicht heissen, bloss auf die Klappe zu sitzen und neidisch zum Nebentisch zu gucken, während es tief im Inneren brodelt. Denn diese unterschwellige Aggression ist ja spürbar, überträgt sich aufs Gegenüber, lenkt und leitet unser Handeln.
Das beste Buch für ein friedliches Zusammenleben ist meiner Meinung nach Marshall B. Rosenbergs “Gewaltfreie Kommunikation: Eine Sprache des Lebens”. Er erklärt den Begriff Toleranz in einer Art und Weise, zu der wohl jeder Mensch ja sagen kann. Denn jeder Mensch will geliebt werden und verstanden sein.
Die Bibel, Koran und die Torah warten mit vielen Regeln für die Gemeinschaft auf (Hygiene, Triebabführung, Verhaltensregeln, Gesellschaftsmodell Familie und Staat, etc.). Daraus lassen sich ohne Aufwand Massregelungen aller Art herleiten.
Ich freue mich auf eine neue Zeit, in der man sich weltweit an Gemeinsamkeiten freuen kann, statt sich dauernd nur übers Anders-Sein des Nächsten aufzuregen. Dazu gehört, dass sich jeder in erster Linie mit der eigenen Menschwerdung befasst und nicht, dass er hysterisch die Freiheitsrechte des Nächsten einschränkt.